Wie erwartet war es gestern Abend nicht der erhoffte Spaziergang in der Geothermie Arena, bei dem am Ende ein, zwei oder drei schöne Pünktchen auf dem Konto der WWK Volleys München landeten. Vielmehr dauern die Startschwierigkeiten für die Münchner weiter an.
Sie mussten erneut eine 0:3-Niederlage (20:25, 18:25, 16:25) einstecken – Enttäuschung bei den Fans, vor allem aber beim Team selbst. Man wollte am Thron der Barock Volleys rütteln, doch gerüttelt wurde man eher selbst. Noch das Training am Vormittag lief richtig gut, abends wollte dann allerdings gar nichts mehr klappen. Im Match Report steht es schwarz auf weiß: eine negative Aufschlageffizienz mit 17 Fehlern (11 bei den Gästen), eine nur halb so hohe Angriffseffizienz wie die der Ludwigsburger und eine deutlich schlechtere Quote bei Breaks und Side-Outs. Da ist definitiv noch Luft nach oben. Genau dort gilt es nun anzusetzen, das gilt es herauszukitzeln – denn der Wille ist da.
Headcoach Tomek Wasilkowski startete zwar mit seiner erprobten Aufstellung aus den letzten beiden Spielen, rotierte im Verlauf des Abends aber gut durch. Bis auf Mittelblocker Joshua Huber kamen alle Spieler zum Einsatz. So konnten die Münchner Fans auch Außenangreifer Josh Schellinger und Mittelblocker Djordje Ilic begutachten, die man bisher noch nicht live auf dem Feld gesehen hatte, und auch Youngster-Libero Mika Takano kam zum Einsatz.
Zu Beginn der Partie kamen die Münchner richtig gut ins Spiel: Nach zwei Blocks führten sie schnell mit 4:1 und konnten diesen Vorsprung auf 10:6 ausbauen. Sie erhöhten wie geplant den Aufschlagdruck im Vergleich zu den beiden vergangenen Spielen, und auch die Stimmung war bombastisch. Ludwigsburg-Trainer Patrick Steuerwald reagierte mit einer Auszeit – die Wende des Satzes und des gesamten Matches. Ludwigsburg punktete dreimal in Folge (10:9) und sicherte sich rasch die Führung, die die Gäste in der Folge souverän ausbauten (11:12, 11:16). Beim 14:21-Rückstand schickte Tomek Josh Schellinger für Jannes Wiesner auf der Außenposition aufs Feld. Dieser punktete direkt zum 15:21, legte zum 16:21 nach und verkürzte auf 18:22. Die Fans keimten schon Hoffnung auf, das Ruder könne noch herumgerissen werden, doch Ludwigsburg dominierte weiter und machte Satz eins zu.
Im zweiten Satz erwischten die WWK Volleys ebenfalls keinen guten Start und lagen von Anfang an zurück (4:5). Im weiteren Verlauf preschten die Barock Volleys immer weiter davon und schienen gar unbezwingbar. Lastete der Druck zu punkten zu schwer auf den Schultern der Truppe um Stijn van Schie, anstatt sie zu pushen? So schien es. Die Fehler im Aufschlag häuften sich, unsaubere Annahmen und fehlender Druck im Angriff sowie Bälle ins Aus oder direkt in den Block der Gäste besiegelten das Schicksal der Münchner an diesem Abend. Denn die Ludwigsburger holten sich auch Satz drei. Zum MVP gewählt wurde Ben-Simon Bonin, der 10 Punkte für die Gäste erzielte.
Tja, das war es nun also. Man wollte sich beweisen, man wollte punkten – und lag erneut unter den eigenen Erwartungen zurück. Umso größer ist jetzt der Ansporn, es besser zu machen, das vorhandene Potenzial endlich auszuschöpfen und die Wende einzuleiten. In diesem größtenteils so jungen Team steckt so viel Talent, so viel Leidenschaft und so viel Punktehunger. Nun gilt es, genau das auch in den entscheidenden Situationen aufs Feld zu bringen.