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GCDW-Serie hält - SVG nervenstark

8L8A0886_b2_web Lüneburg genickt? Der GCDW jubelt am Samstag oft, muss aber letztlich zwei Punkte abgeben.

Und wieder Tiebreak: Die WWK Volleys können scheinbar nicht genug kriegen und gehen bereits zum dritten Mal in Serie in die Verlängerung. Am Samstag heißt gegen die SVG Lüneburg 2:3 (25:18, 22:25, 18:25, 25:20, 12:15). Damit bleibt wie schon gegen die Alpenvolleys zumindest ein Punkt am Ammersee.

Die Mannen von Trainer Max Hauser scheinen ihrem Übungsleiter gut zuzuhören. Es wird eine Menge enge Spiele geben in dieser Saison, so Hausers Statement zum Saisonstart. Wie zum Beweis legen die WWK Volleys wie gegen Haching (2:3), wie gegen Rottenburg (3:2 am Mittwoch in Tübingen) eben auch gegen Lüneburg eine Extra-Schicht auf das Parkett der Nikolaushalle. Der Start ins zweite Heimspiel vor rund 1.000 Zuschauern ist an Wucht und Wirkung kaum zu überbieten: 3:0 steht es schnell, Jori Mantha legt einen Kracher zum 4:1 nach. Johannes Tille serviert sicher und hart, so dass der Block wenig später das 7:1 festmacht. Lüneburgs Coach Stefan Hübner, gab nach dem Match zu: "Wir sind nicht gut ins Match gekommen." Zwar legen die Nordlichter die Scheu ab und bringen den GCDW mit 10:11 in Rückstand - doch in diesem ersten Satz lassen die Herrschinger keine Zwiefel aufkommen. Ein lupenreiner Block bringt das 20:17, ein Penrose-Ass das 22:17 und schließlich ein harter Mantha-Aufschlag mit viel Spin nach außen, den die SVG-Annahme nicht kontrollieren kann -  das 25:18 ist unter Dach und Fach.

Geht es so weiter für den GCDW? Nur kurz: 2:0 heißt es zwar, aber die Gäste finden den richtigen Kniff. Lüneburg Coach Hübner: "Wir haben viel Geduld gebraucht und uns langsam ins Spiel reingearbeitet." Mitte des zweiten Umlaufs geraten die WWK Volleys mit drei Punkten in Rückstand (12:15) und können das Blatt nicht mehr wenden. Je mehr die Fehlerquote bei den Jungs in den Lederhosen ansteigt, desto sicherer werden die SVG-Volleyballer. Auch die lange Wartezeit wegen eines technischen Problems am Anschreibetisch bringt die Gäste nicht aus dem Konzept. Wenigstens bleibt Hallensprecher "König" Alex Zeit, seinen Bruder Manu zum Tanz zu bitten. Es hilft alles nichts: Der zweite Satz geht mit 22:25 verloren.

Der dritte Umlauf sieht nicht viel anders aus. Beständig liegt der GeilsteClubderWelt im Hintertreffen und gegen Ende des Satzes legen die Gäste sogar noch zu. Während Tim Peter sein Service zum 18:23 ins Netz befördert, schüttelt Lüneburgs Neuzugang Blake Scheerhoorn ein Ass aus dem Ärmel. Das gibt eine breite Brust. Und genau auf diese wird der Kanadier vom nächsten GCDW-Angriff getroffen, eine perfekte Abwehr, die den nächsten Spielzug einleitet. Das 18:25 ist nicht unverdient.

Nun braucht es eine Initialzündung, die wie so oft von Libero Ferdinand Tille ausgeht. Als ein eigentlich guter Angriff gegen seine WWK Volleys gewertet wird, ist Herrschings Nummer sieben aufegbracht. Als das 3:3 erzielt wird, bejubelt er diese Aktion lautstark und rüttelt damit seine Kameraden wieder wach - ab jetzt sind Emotionen im Spiel. Und dass die WWK Volleys unter diesen Bedingungen gerne Top-Leistungen abrufen, ist bei Heimspielen fast schon Tradition. Libero Tille rettet sensationell, die Angreifer punkten, es steht 8:6 als es in die technische Auszeit geht. Die folgenden Aktionen bringen Sicherheit und das Pendel neigt sich wieder in Richtung Herrsching. Das 13:10 hätte beinahe schon Johannes Tille mit einem raffinierten Ableger erledigt, Lüneburg kratzt das Spielgerät noch einmal heraus, bis schließlich Tim Peter punktet. Mit Folgen: Zum 14:10 fällt der Ball zwischen drei SVG-Aktueren auf den Boden. Als Jalen Penrose (18 Punkte) das 17:11 erzielt, ist der Bann gebrochen. Nun stimmt der Aufschlagdruck wieder, die Annahme der Gäste wird unpräziser, erleichterte Arbeitsbedingungen für den Block. Eine Dreierformation stellt auf 19:12, Dorde Ilic, mit soliden 14 Punkten und einer Erfolgsquote von 75 Prozent als Silber-MVP ausgezeichent, besorgt das 22:15. Den Schlusspunkt setzt Jori Mantha (19 Zähler), es geht in den Tiebreak. Im Entscheidungssatz haben die Lüneburger ihr Erfolgsrezept scheinbar wieder gefunden, der GCDW gerät in Rückstand. Bis in die finalen Punkteregionen laufen die WWK Volleys hinterher, bis Tim Peter nach einer sehenswerten Abwehr in die Bande rutscht, aber immerhin das 12:13 mit vorbereiten kann. Als Dankeschön für seinen Einsatz gibt es eine herzliche Umarmung von Jori Mantha. Lünburgs Zuspieler Gijs van Solkema verhindert die Wende, muss zaubern, um den Ball beim GCDW unterzubringen. Und Lüneburg packt ausgerechnet zum Schluss die besten Aufschläge aus. Ein Ass von Michael Michelau (13 Punkte, Gold-MVP) landet genau in der Ecke und lässt die Gäste jubeln. "Die starken Aufschläge haben letztlich das Spiel für Lüneburg entschieden", meinte Herrschings Coach Max Hauser anschließend beim Trainertalk. In dieser Kategorie hatte sein GCDW mit acht gegen 14 Aufschlagpunkte das Nachsehen. Die Leistung seiner Schützlinge stellte den Coach indes zufrieden. "Gegen Lüneburg ist es immer ein riesen Fight. Das macht einfach nur Spaß. Sie haben ein starkes Team und nicht unverdient gewonnen." Sein Gegenüber Stefan Hübner gab das Kompliment zurück: "Es war ein richtig hartes Match, das auch anders herum hätte ausgehen können."

Immerhin können die WWK Volleys von sich behaupten, in jedem der bisher ausgetragenen Spiele gepunktet zu haben. Das sollte Grund zur Freude sein, aber sicher auch Ansporn, aus den engen Matches zukünftig noch mehr Zähler mitzunehmen.

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