SCHEUE MÜNCHNER – ANGST VOR DEM SIEGEN?

SCHEUE MÜNCHNER – ANGST VOR DEM SIEGEN?

Am Sonntagnachmittag lieferten sich der TV Holz und die Mädels des GCDW einen wahren Fünfsatzkrimi. Die ein oder andere Spielerin auf oder neben dem Feld fühlte sich mit Sicherheit an das Debakel gegen Neuwied erinnert, als die Münchnerinnen die 24:19 Führung gegen Holz Punkt für Punkt schwinden sahen. Vor einigen Wochen nämlich schenkte Hennings Team eine deutliche Führung im ersten Satz her und verlor die Partie 0:3. Auch in Holz zogen die Oberbayerinnen im ersten Durchgang nach vielen vertanen Chancen den kürzeren. Nach dem Satzstand von 0:2 lautete Hennings Devise: „Wir haben hier nichts mehr zu verlieren, außer den Spaß am Volleyball – aber den lassen wir uns nicht nehmen!“.

Gut vorbereitet gingen die Münchnerinnen in die Partie. Am Samstag bereits war das Team angereist, duellierte sich noch im Tischtennis und analysierte den Gegner des bevorstehenden Matches. Tabellenletzter gegen Vorletzter – das musste ein Sieg, da mussten Punkte her. „Holz hat genau das gespielt, was wir erwartet hatten, wir waren gut auf den Gegner eingestellt und wussten, dass uns ein sehr schweres Spiel erwartet!“, bestätigt Anne Paß, der nach diesem Sieg eine große Last genommen wurde. Doch der erste Satz oder vielmehr der Kopf brach den Gästen aus Bayern beinahe das Genick. „Ab dem 20. Punkt schienen alle total blockiert. Keiner wollte einen Fehler machen“, meint Mittelblockerin Ekaterina Soloninkina. Zuspielerin Anne Paß ärgerte sich über den verlorenen ersten Satz, doch verlor sie nie den Glauben daran, das Spiel noch zu gewinnen: „Ich weiß was das Team kann – es war und ist ein Lernprozess: bisher haben wir es nie geschafft uns aus einem solchen Loch wieder raus zu ziehen, doch jetzt haben wir nicht nur den Punkt gerettet, sondern das Spiel gedreht – das war eine super Teamleistung!“.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Einen Sieg und zwei Punkte konnten die Münchnerinnen ergattern, doch ein Punkt blieb verdient beim TV Holz und der Mittelblockerin Rachel Olinyk. Sie kämpfte ohne Unterlass für ihr Team und verletzte sich dabei am Knie. München sendet alles Gute ins Saarland und hofft auf baldige Genesung.

Das lachende Auge gebührt dem Teamgeist der Münchnerinnen. Nach dem 0:2 Rückstand kämpfte sich das Team unermüdlich zum Sieg. Jeder Punkt wurde gefeiert, nach jedem Ass rannten die Münchnerinnen wild im Feld herum, pushten sich immer weiter Richtung Sieg. „Entscheiden für den Sieg war am Ende der Siegeswille!“, so Anne Paß, die in der Partie zur MVP gekürt wurde. Der Kampfgeist und Siegeswille bringt die Mädels dichter zusammen – so kann es weiter gehen.

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