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Finaltraum geplatzt - GCDW gegen Giganten raus

UP_8L8A2512_b-915-x-563 Wie im Ligaspiel: Der GCDW verliert auch das Pokalhalbfinale gegen starke Berliner (am Ball Topscorer B. Patch, 16 Zähler) mit 0:3

Es hat nicht sollen sein. Die WWK Volleys Herrsching scheitern am Sonntag im Pokalhalbfinale bei den Berlin Recycling Volleys. 0:3 (17:25, 21:25, 17:25) heißt es nach 73 Minuten in der Max-Schmeling-Halle - nur kurz flackert Hoffnung auf.

Eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben die Berliner ihre derzeitige Vormachtstellung im deutschen Volleyball. Dass nach Friedrichshafen nun auch der GeilsteClubderWelt mit 0:3 aus dem Pokal flog, braucht am Ammersee also niemanden grämen: Die Recycling Volleys befinden sich in beneidenswerter, weil gigantischer Form und haben einen Kader beisammen, der seines Gleichen sucht. Nichts wurde es also mit dem ersehnten Finaleinzug, die Hausherren waren im Volleyball-Tempel von Beginn an Spielverderber. "Wir haben aggressive Herrschinger erwartet", so Berlins Libero Julian Zenger hinterher am sport1-Mikrophon. "Das haben wir nicht zugelassen."

Somit war es für sein Gegenüber, Herrschings Libero Ferdinand Tille wurde 31 Jahre alt, nichts mit Geburtstagsparty auf dem Feld. Aber was gibt es für einen Volleyballer Schöneres, als in der Max-Schmeling-Halle vor rund 2.500 Zuschauern nach dem gelb-blauen Ball zu hechten? "Es hat trotzdem riesen Spaß gemacht hier zu spielen vor dieser Kulisse", meinte der GCDW-Routinier nach dem Match im sport1-Interview, der auch gleich hinterherschob: "Berlin war eindeutig die bessere Mannschaft heute. Wir haben sie in Aufschlag und Annahme nicht in den Griff bekommen."

Die Klasse der Recycling Volleys bekamen die Gäste vom Ammersee gleich in Satz eins zu spüren, als allein die Berliner Aufschlag-Wucht den GCDW schier überfuhr. Das 17:25 war die logische Konsequenz - und es ging zunächst so weiter. 0:5 hieß es bereits im zweiten Durchgang, als das Herrschinger Kämpferherz erwachte. Stück für Stück hangelten sich die Jungs in Lederhosen zurück ins Match und konnten Mitte des Satzes (13:13) ausgleichen. Trainer Max Hauser hatte beim Stand von 3:8 mutig gewechselt und Topscorer Jalen Penrose durch Jonas Kaminski ersetzt. Das Risiko wurde belohnt, die WWK Volleys waren im Spiel, auch weil nun die Annahme besser funktionierte. Bis zum 20:20 durch Jori Mantha ging es hin und her, doch ausgerechnet in der Schlussphase riss der Faden wieder. "Im zweiten Satz war mehr Emotion, mehr Spaß drin", analysierte GCDW-Libero Tille. "Am Ende wurde Berlin aber wieder stärker. Wir haben noch gehofft, mit den Challenges Erfolg zu haben." Im Pokal-Halbfinale gibt es anderes als in der VBL diese Möglichkeit der Überprüfung - was aber Herrsching nichts nutzte. "Wenn die Challenges für uns ausfallen, geht es vielleicht anders aus", so Ferdinand Tille. Dann wäre ein Satzgewinn möglich gewesen - hätte, wäre, wenn: am Ende leuchtete ein 21:25 von der Anzeigetafel.

Weil die WWK Volleys sich nun wieder dem Niveau aus Satz eins annäherten, oder besser: weil Berlin mit zwei starken Aufschlagserien von Sergey Grankin und Moritz Reichert bis auf 14:7 davonpreschte, gab es letztlich nichts zu holen an diesem Nachmittag. Selbst die Aufmunterungsversuche von GCDW-Coach Max Hauser in den Auszeiten, sich doch bitte an die Aufholjagd im zweiten Umlauf zu erinnern, kamen bei seinen Schützlingen nicht mehr an. Ergebnis wie in Satz eins: 17:25 - damit war der Traum vom Finale in Mannheim geplatzt. "Wir hätten heute alle 100 Prozent gebraucht und Berlin eben nicht", so Geburtstagskind Tille, der sich immerhin mit der MVP-Silbermedaille trösten durfte. Ein wenig Stolz über die diesjährige Pokalreise zeigte dann der Libero trotzdem: "Zunächst überwiegt natürlich die Enttäuschung. Aber letztlich sind wir nach dem Sieg in Bühl verdient im Halbfinale gestanden. Mit etwas Losglück wäre sogar das Finale möglich gewesen."

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